Von Raupen und Kanten

Irgendwie fühlt sich alles gerade neu an. Kennt ihr das? Als wären die alten Schuhe etwas zu klein geworden und es zwickt und zwackt. Es beginnt immer im Inneren und um ehrlich zu sein, fühlt es sich nicht wirklich angenehm an. Da sind sie die Zweifel, gehen Hand in Hand mit der Gewissheit, dass vieles Neu werden muss und man weiß gar nicht so genau, wie das Neue aussehen mag.

Neulich habe ich über den Prozess des Schmetterlings gelesen und über diese Zwischenzeit, in der er keine Raupe mehr ist, aber auch noch nicht schlüpft. Wo das Neue schon in den Zellen angelegt ist, aber er noch keine Ahnung davon hat. Und das hat mich beruhigt.

In den vier Jahren, in denen es IKA BABEL jetzt gibt, hat es sich immer mal wieder so angefühlt. So etwas unfertig und irgendwas war immer zu eng. Wie macht man das, das, was man am meisten liebt, mit dem, was man sich am meisten wünscht zu verbinden? Die Freude, mit den Händen Dinge zu kreieren mit der Sehnsucht mehr Bewusstheit zu schaffen in Einklang zu bringen?

Als ich vor fast zehn Jahren mit meinem anderen Sustainable Label angefangen habe, hat mir jeder davon abgeraten. Nachhaltige Mode? Frau Kaschuba, ich bitte Sie, wer kauft denn sowas?

Modedesign bzw. Schmuckdesign war nicht von je her mein Berufswunsch, es entwickelte sich einfach Schritt für Schritt und manchmal wundere ich mich selbst darüber, wohin mich das Leben geführt hat.

Es gab einen Laden, Messeauftritte, Kooperationen mit GUHL und Hessnatur  und wunderbare Händler, bei denen IKA BABEL vertreten war. Aber da war es wieder, das enge Gefühl. Dieses Ziehen im Brustkorb, weil man es ja so macht.

Sie sollten mehr Facebook, haben Sie sich schon hier angemeldet, Sie produzieren das selbst, das müssen Sie doch outsourcen?! Wie, Sie haben kein Twitter, wohnen nicht in Berlin, aber auf dieser Veranstaltung sollten Sie sich doch wirklich mal blicken lassen.

AHHHH. Da war ich schon selbstständig, aber es gab so viel Außen, so Vieles war dazwischengeschaltet, dass das zu kurz kam, warum ich eigentlich angefangen hatte. Und worum es hier eigentlich geht:

Nämlich um Euch und dass es eine Alternative gibt, wenn man Accessoires liebt und diese nachhaltig kaufen will. Darum, dass es gut ist, Ecken und Kanten zu haben und nicht immer nur zu funktionieren. Darum, Dinge zu hinterfragen und auch mal anders zu machen.

Daher gibt es diese neue Webseite, einen KOSMOS und den neuen Shop. Mehr Raum für kleine Kollektionen, Einzelstücke und alles andere, was sich gut anfühlt und Freude macht. Und vor allem geht es um die Superpowers, die, die am Ende jeder von uns  hat, der auf sein Herz hört und dann einfach losläuft. Ich freue mich auf Euch!

Alles Liebe

Irina

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